"Die NIKON"...

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update 18. March 2007                                                                                          
Nikon F Spotmatic
Bild: Erzrivalen in der SLR "Königsklasse"1965 - Pentax Spotmatic vs. Nikon F Phtotomic T

Als Nippon Kogaku 1957 ihr Top-Cameramodell herausbringen, die "SP", sinken die Absatzzahlen der Messsuchercameras bereits weltweit. Nachgefragt werden jetzt zunehmend moderne Spiegelreflexcameras (SLRs) wie die neue Pentax. Ihr Hersteller Asahi Optical etabliert sich mit dieser als Qualitätshersteller und verkauft sie fast zum dreifachen Preis verglichen mit dem Vorgänger Asahiflex. Demgegenüber sind die Hersteller hochwertiger Messsuchercameras um 1960 herum zu Preissenkungen gezwungen um den Absatz anzukurbeln, selbst Leitz. So entscheidet die Führung von Nippon Kogaku die Messsuchercameras auslaufen zu lassen und eine SLR zu bauen.


Nikon F mit Photomic T (first TTL metering) finder and Micro-Nikkor 1:3.5 f=55mm (1965) and Nikon S2 with black Nikkor-S.C. 1:1.4 f=5cm (1957)

Nikon F
Viele Teile der SP (z.B. der langlebige Titan-Schlitzverschluß, viele Schalter und Hebel) können in der SLR wiederverwendet werden. Dennoch wird das neue Modell F äußerlich größer als die Hauptkonkurrenz (während von 1948-1957 die Cameras in ihrer Klasse immer vergleichsweise zierlich waren). Noch größer ist nur die Deutsche Zeiss-Ikon Contarex, ebenso vorgestellt 1959.
Wie die altehrwürdige (immer noch ohne Rückschwingspiegel daherkommende) Exakta Varex hat die NIKON F austauschbare Sucher; zu Beginn einen Lichtschachtsucher und  ein Prisma ohne Belichtungsmesser. Der erste Prismensucher mit brandneuer CdS-Messzelle (aussenliegend, noch keine TTL-Messung!) nennt sich Photomic-F und folgt 1960.

Mit ihrem großen (48mm) Bajonett mit innenliegender Springblendenauslösung, Rückschwingspiegel, auf Wunsch Spiegelvorauslösung,
Sucher mit 100% Sucherbild und der glattflächigem funktionellen Form ist die NIKON F die vielseitigste moderne SLR auf dem Markt - obwohl die Prozedur des Objektivwechsels durch die aussenliegende Blendenkupplung (bis zur Entwicklung der AI Übertragung 1977) etwas hölzern abläuft. Aber dafür gibt es  Offenblendmessung!

Objektive und Zubehör
Im Gegensatz zu EXAKTA und PENTAX ist das Angebot an Objektiven und Zubehör anfangs sehr eingeschränkt. Es gibt ganze fünf Objektive: ein  4/21mm, 2.8/35mm, 2.0/50mm, 2.5/105mm, und 3.5/135mm. Zusätzlich können einige langbrennweitige Objektive zur SP
mit Adaptern verwendet werden (180mm, 250mm, 500mm). Das professionelle Publikum ist erwartungsvoll denn Nippon Kogaku hat als Objektivhersteller seit 1948 einen hervorragenden Ruf erworben, gleichbedeutend mit Zeiss und Leitz. Im kommenden Jahrzehnt erweitert Nippon Kogaku das Programm zur Nikon F in jedem Jahr mit optischen Neuentwicklungen die sowohl lichtstark als auch qualitativ hochwertig sind. Innerhalb einiger Jahre ist auch das Zubehör umfangreicher als für die älteren SLR-"Systemcameras" aus Ostdeutschland EXAKTA und PRAKTINA, deren Weiterentwicklung ins Stocken gekommen ist.

Nikon F

Nikon F

Preise um 1960
Auf dem Hauptabsatzmarkt der Welt kostet die NIKON-F (Gehäuse) 220 USD. Die bei Profis beliebte schwarz lackierte Version kostet 19,50 USD Aufpreis. Mit Photomic-F Sucher und f/1.4-Objektiv sind 1962 436.50 USD anzulegen - nach Kaufkraft in heutigen Preisen ca. 2,800 USD (2006). Die Nikon F gehört damit zu den teuersten Kleinbildcameras. Der Preis einer Nikon SP mit f/1.4-Objektiv fällt von  415 USD (1959) auf 375 USD (verkauft bis 1964). Für diese Summe ist 1965 auch die brandaktuelle Pentax Spotmatic SLR mit 1.4/50mm erhältlich. Zur Vervollständigung: Mit dem "Noct" 1.1/5cm kostet die Nikon SP sogar 544 USD. In diesen Jahren gibt es noch keine "street prices", keinen Graumarkt oder nennenswerte Rabatte (ausgenommen für Angehörige der US Streitkräfte). Nach Deutschland kommen NIKON und PENTAX erst in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, auf preislich vergleichsweise hohem Niveau (1.200 DM Nikon F, 800 DM Pentax Spotmatic)


Nikkor-s NIKON hatte für die Messsuchercameras eine hervorragende Optik mit zu dieser Zeit höchsten Lichtstärke f/1.4, basierend auf dem patentfreien Zeiss Sonnar der Vorkriegszeit - mit excellentem Ruf unter Profis - die meisten sagten, besser als Zeiss.

Wegen kurzer Baulänge und Schnittweite war dieses, wie die meisten Messsucher-50mm Objektive, an SLRs nicht verwendbar und erforderte eine Neuentwicklung - so brachten viele Hersteller längere Standardobjektive von  55-58mm Brennweite in den frühen Tagen der SLR heraus (wie auch Zeiss Jena mit dem 2/58 Biotar oder Pentax). NIKON war keine Ausnahme und stellte ihr erstes f/1.4 Objektiv mit der Brennweitenangabe "5.8cm" vor - obwohl man seit einigen Jahren auch bei NIKON Neuentwicklungen in "mm" anzugeben pflegte. Vier Jahre später wurde es durch ein komplett neukonstruiertes, ebenfalls siebenlinsiges 1.4/50mm ersetzt.
 


Schlitzverschluss-Vorhängige aus profiliertem Titan und abnehmbare Rückwand der NIKON F



Zwischen 1964-1968 machte PENTAX noch immer mehr Umsatz als NIKON, auch mit Profifotografen.
Diese hatten 1965 zwei exzellente Cameras zur Auswahl:
Die SPOTMATIC bot als erste SLR TTL-Belichtungsmessung, war kompakt und wog mit dem neukonstruierten (8-linsigen, 1.Gen.) 1.4/50mm 850g . Die NIKON F mit Photomic T and 1.4/5.8cm (7 Elemente) war beträchtlich größer und schwerer (1150g).
Nikon Pentax
Ihre verbesserte, stark mittenbetonte Belichtungsmessung (Photomic Tn/ 1967, Photomic FTN/ 1968), Robustheit und Lebensdauer selbst im  Kriegseinsatz in Vietnam (offizielle Camera der US Army) machten NIKON's Namen. "Die Nikon" - jeder Fotograf verstand dass damit das Modell F gemeint war, denn der Umsatz mit den funktional "abgespeckten" semiprofessionellen Nikkormaten war demgegenüber eher gering.
Für PENTAX bitter, verlor man nach dem kometenhaften Aufstieg zu Beginn der 60'er trotz über 3 Millionen verkaufter SPOTMATIC-Cameras gegen Ende der Dekade empfindlich Marktanteil an Nikon da man zu lange am M42-Schraubgewinde und der Arbeitsblendenmessung festhielt und Weiterentwicklungen (Prototypen Metallica II, Memorica) nicht zur Marktreife brachte. So baute NIKON von der Profi-F bis 1971 nahezu 1 Million Stück, davon über 2/3 zwischen 1968 und dem Ende der Produktionszeit.

Nikon Pentax

Nikon F
Letzte Version, 1971: Nikon FTN m. redesigntem Nikkor-P 2.5/105mm

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Externe Links/ Frühe NIKON Cameras:
Peter Lausch's NIKON Geschichte
Nikon Historical Society Articles